Regulierung & Qualität | Lesezeit: 5 Minuten | Zielgruppe: Ausbilder, pädagogische Leiter, Simulationsspezialisten
Seit der Verordnung vom 19. Juli 2021 verpflichten sich Angehörige der Gesundheitsberufe mit Kammerzugehörigkeit zu einem neuen Verfahren: der periodischen Zertifizierung. Alle sechs Jahre müssen sie nachweisen, dass sie ihre Kompetenzen aufrechterhalten und aktualisieren. In diesem Rahmen nimmt die Simulation im Gesundheitswesen — die bereits seit über zehn Jahren von der Haute Autorité de Santé empfohlen wird — einen zentralen Stellenwert ein. Eine Analyse für Ausbildungszentren und pädagogische Leiter.
Periodische Zertifizierung: Worum geht es?
Eingeführt durch die Verordnung Nr. 2021-961 vom 19. Juli 2021 und durch mehrere Durchführungsverordnungen präzisiert, ist die periodische Zertifizierung nun eine Verpflichtung für sieben Gesundheitsberufe mit Kammerzugehörigkeit: Ärzte, Zahnärzte, Hebammen, Apotheker, Pflegekräfte, Physiotherapeuten und Podologen.
Konkret muss jede Fachkraft in einem Zyklus von sechs Jahren (neun Jahre für den ersten Zyklus bereits praktizierender Fachkräfte) ein Aktionsprogramm absolvieren, das in vier Bereiche unterteilt ist:
- Aktualisierung von Wissen und Kompetenzen
- Stärkung der Qualität der beruflichen Praxis
- Verbesserung der Beziehung zum Patienten
- Berücksichtigung der persönlichen Gesundheit der Fachkraft.
Die Leitung obliegt dem Conseil national de la certification périodique (CNCP), der die Referenzrahmen pro Berufsgruppe und die Validierungsmodalitäten festlegt. Die Rückverfolgbarkeit der Maßnahmen erfolgt in einem speziellen individuellen Konto.
Die Simulation, eine seit 2012 von der HAS anerkannte Methode
Der Stellenwert der Simulation in der Ausbildung von Angehörigen der Gesundheitsberufe ist nicht neu. Bereits 2012 veröffentlichte die Haute Autorité de Santé ihren Leitfaden für bewährte Praktiken im Bereich der Simulation im Gesundheitswesen und stellte damit ein Grundprinzip auf, das viele von uns auswendig kennen:
„Niemals das erste Mal am Patienten.“
Seitdem wurde die Simulation als validierte Methode der kontinuierlichen beruflichen Fortbildung (DPC) integriert. Sie wird heute von der HAS empfohlen, um mehrere Schlüsselziele zu erreichen: Absicherung technischer Handgriffe, Management von Hochrisikosituationen, Teamarbeit (CRM), Kommunikation mit dem Patienten und seinen Angehörigen sowie die Analyse der Praktiken durch Debriefing.
Mit der periodischen Zertifizierung wird dieses Kontinuum gestärkt. Simulationsmaßnahmen können die vier Bereiche des Systems unterstützen, insbesondere den Bereich „Qualität der Praktiken“ und den Bereich „Beziehung zum Patienten“ — zwei Dimensionen, in denen die Simulation einen pädagogischen Wert bietet, der durch eine rein theoretische Ausbildung kaum reproduzierbar ist.
Warum die Simulation in diesem neuen Rahmen an Bedeutung gewinnt
Drei Gründe erklären den Bedeutungsgewinn der Simulation im Zertifizierungsprozess.
Erhöhte Anforderungen an den Kompetenznachweis. Die periodische Zertifizierung begnügt sich nicht mit einer Stundenanzahl: Sie wertet strukturierte, rückverfolgbare und bewertbare Maßnahmen auf. Die Simulation erfüllt durch ihre Szenariogestaltung und ihr formalisiertes Debriefing diese Kriterien ganz natürlich.
Abstimmung mit den Qualitätsverfahren in Krankenhäusern. Die Zertifizierung von Einrichtungen (HAS) umfasst seit mehreren Zyklen Kriterien im Zusammenhang mit der simulationsbasierten Ausbildung, insbesondere für das Risikomanagement und die Patientensicherheit. Ausbildungszentren, die Simulationspfade entwickeln, beteiligen sich so an einer doppelten Dynamik: individuell (die Fachkraft) und kollektiv (die Einrichtung).
Diversifizierung der Modalitäten. Simulation beschränkt sich nicht mehr auf High-Fidelity-Puppen in speziellen Räumen. Sie umfasst auch Simulationspatienten, Serious Games, Virtual Reality, prozedurale Simulation an Task-Trainern und die In-situ-Simulation, also direkt in der Pflegeeinheit selbst. Diese Vielfalt ermöglicht es, die Pädagogik an jeden Beruf und jedes Budget anzupassen.
Drei konkrete Ansätze für Ausbildungszentren
Für pädagogische Leiter und Ausbilder, die ihr Angebot im Rahmen der periodischen Zertifizierung positionieren möchten, verdienen drei Ansätze ab sofort Beachtung.
- Kartierung bestehender Szenarien. Identifizieren Sie für jedes Szenario, welchem Bereich oder welchen Bereichen der Zertifizierung es entspricht und welche Kompetenzen es bewertet. Diese Arbeit erleichtert anschließend die Erstellung von Bescheinigungen und die Kommunikation mit den Fachkräften im Prozess.
- Stärkung der Qualität des Debriefings. Das Debriefing ist das, was eine Simulation in nachhaltiges Lernen verwandelt. Investitionen in die Ausbildung von Moderatoren und, wenn möglich, in Video-Debriefing erhöhen den wahrgenommenen Wert der Sitzungen erheblich.
- Dokumentation der Rückverfolgbarkeit. Anwesenheitslisten, pädagogische Ziele, Bewertungsbögen, namentliche Bescheinigungen: Die periodische Zertifizierung beruht zu einem großen Teil auf der Fähigkeit der Fachkraft, das Geleistete nachzuweisen. Eine sorgfältige pädagogische Dokumentation wird so zu einem eigenständigen Verkaufsargument.
Und ganz konkret: Wo fängt man an?
Ob Sie eine Krankenpflegeschule (IFSI), ein universitäres Simulationszentrum, eine Krankenhausabteilung für kontinuierliche Fortbildung oder eine private Organisation sind – der erste Schritt ist oft eine Bestandsaufnahme: verfügbares Material, beherrschte Szenarien, Profile der Ausbilder, Debriefing-Räume. Von dort aus ist es möglich, einen schrittweisen Investitionsplan zu definieren, der auf die Bedürfnisse Ihrer Lernenden und die vom CNCP veröffentlichten Referenzrahmen für die jeweiligen Berufe abgestimmt ist.
Bei Life Support Distribution begleiten wir seit mehreren Jahren pädagogische Teams bei diesem Prozess: Auswahl des auf den Zielberuf abgestimmten Simulationsmaterials, Inbetriebnahme, Ausbildung der Ausbilder und Beratung zur Strukturierung eines kohärenten pädagogischen Pfades. Wenn Sie Ihren Start für 2026 vorbereiten oder Ihr Angebot weiterentwickeln möchten, stehen Ihnen unsere Teams in Frankreich und der Schweiz für einen kostenlosen Austausch zur Verfügung.
Fazit
- Die periodische Zertifizierung erfordert einen 6-Jahres-Zyklus mit vier zu validierenden Aktionsbereichen.
- Sieben Berufe mit Kammerzugehörigkeit sind betroffen, unter der Leitung des CNCP.
- Die seit 2012 von der HAS empfohlene Simulation eignet sich besonders für die Bereiche „Qualität der Praktiken“ und „Patientenbeziehung“.
- Für Ausbildungszentren liegt die Herausforderung in drei Hebeln: Kartierung der Szenarien, Qualität des Debriefings und Rückverfolgbarkeit.
Quellen und weiterführende Informationen
- Verordnung Nr. 2021-961 vom 19. Juli 2021 über die periodische Zertifizierung von Angehörigen der Gesundheitsberufe — legifrance.gouv.fr.
- Haute Autorité de Santé — Leitfaden für bewährte Praktiken im Bereich der Simulation im Gesundheitswesen (2012) — has-sante.fr.
- Conseil national de la certification périodique (CNCP) — Referenzrahmen pro Berufsgruppe (einzusehen auf der entsprechenden institutionellen Website).